Landwirtschaft

Allgemeines

Die moderne Agrarpolitik orientiert sich mittel- und langfristig an dem Leitbild einer multifunktionalen Landwirtschaft. Dabei sollen durch eine ressourcenschonende und umweltgerechte Landbewirtschaftung neben der klassischen Urproduktion von Lebens- und Futtermitteln auch neue Verwertungsalternativen im industriell-technischen Bereich sowie zur Energiegewinnung erschlossen werden.
 
Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im Strombereich und bundesweiten Programmen zur Förderung der Bioenergie im Wärmesektor sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die energetische Nutzung land- und forstwirtschaftlicher Rohstoffe und Reststfoffe entscheidend verbessert worden. Mit festgeschriebenen Beimischungsquoten von Biokraftstoffen zu Diesel und Benzin soll der Anteil von Bioenergie am Kraftstoffverbrauch vorangetrieben werden.

Auch in Schleswig-Holstein bietet  Biomasse noch große unausgeschöpfte Potenziale zur Energiegewinnung. Biomasse fällt in der Landwirtschaft in großen Mengen als Neben- oder Abfallprodukt an, u. a. als tierische Ausscheidungen (Mist und Gülle), Stroh, Grünpflanzenrückstände und Holz aus der Knickpflege. Sie wird zudem gezielt zur energetischen Verwertung angebaut (z.B. Mais, Raps und schnellwachsende Baumarten).


Bioenergie ist Klimaschutz: Bei der Nutzung sind die natürlichen Kreisläufe weitgehend geschlossen, da das bei der Energienutzung frei werdende CO2 vorher in der nachwachsenden Biomasse gespeichert wurde.

 

Biogasnutzung

 
Technische Weiterentwicklung und der verbesserte rechtliche Rahmen ließen die Energieerzeugung in Biogasanlagen zu einem attraktiven Betriebszweig für Landwirte werden. Sie bietet Landwirten eine zusätzliche Erwerbsalternative für die Verwertung der  erzeugten Biomasse und kann einen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung sowie zur nachhaltigen Entwicklung der ländlichen Räume leisten.

Biogas wird durch Vergärung von Gülle, Reststoffen sowie regional verfügbaren nachwachsenden Rohstoffen gewonnen und ist damit ein erneuerbarer Energieträger.Bei der Energieausbeute aus  Biomasse nimmt Biogas einen Spitzenplatz unter den Bioenergien ein. Doppelt nützlich für den Klimaschutz: Neben der CO2-neutralen Verwertung senkt die Güllevergärung den Ausstoß klimaschädlicher Methangase aus der Tierhaltung. Darüber hinaus erhöht die Vergärung die Pflanzenverfügbarkeit der Nährstoffe in der Gülle, verbessert die Pflanzenverträglichkeit und verringert Geruchsemissionen.


Die bei der Stromerzeugung in Kraft-Wärme-Kopplung anfallende regenerative Wärme beheizt Wohnräume, speist Wärmenetze oder steht für industrielle Prozesse bereit – ein Standort in der Nähe geeigneter Wärmeverbraucher steigert die Biogas-Effizienz erheblich.


Der Bau und Betrieb von Biogasanlagen trägt durch die Einbindung der Landwirtschaft und regionaler Unternehmen zur Stärkung der ländlichen Wirtschaftsstruktur bei.


Holz aus der Landwirtschaft


Nur 10% der Landesfläche Schleswig-Holsteins sind bewaldet, umso wichtiger ist die Rolle der Landwirtschaft für die Energieholzproduktion. Rund 70.000 km Knicks prägen die Landschaft zwischen Nord- und Ostsee. Nach vorläufigen Schätzungen sind davon aufgrund lückiger Bestände oder ungeeigneter Gehölze rund zwei Drittel nutzbar. Theoretisch könnten pro Jahr aufgrund des Knickturnus etwa 3.900 km Knicks geerntet werden. Bei einem geschätzten Biomasseertrag von 10 m³ auf 100 m Knick könnten somit jährlich landesweit etwa 390.000 m³ Knickholz geerntet werden.


Der Anbau von so genannten Schnellwuchshölzern wie Pappeln, Weiden oder Robinien gewinnen als Energierohstoff eine wachsende Bedeutung. Im Vergleich zu anderen Energiepflanzen bringen sie auf die Fläche bezogen wesentlich höhere Nettoenergieerträge und tragen kosteneffizienter zum Klimaschutz bei. Nach drei bis fünf Jahren können Weiden und Pappeln in Kurzumtriebsplantagen erstmals als Hackschnitzel geerntet werden. Die Holzkultur auf dem Feld kann Humusaufbau, Bodenleben und Biodiversität sowie in waldarmen Ackerbauregionen das Landschaftsbild bereichern.


Vor Ort erzeugte Holzhackschnitzel kurbeln die ländliche Wirtschaft an. Häufig werden Hackschnitzel-Heizwerke von Kommunen oder Landwirten betrieben und beheizen Wohngebiete und Kommunalgebäude über Wärmenetze. So werden weite Transporte vermieden, und die   Wertschöpfung vom Anbau bis zum Energieverbrauch bleibt komplett im ländlichen Raum.

 




Landesregierung S-H
Landwirtschaftskammer S-H
Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH (EKSH)
Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH)
Bioenergieberatung Schleswig-Holstein Hamburg Maschinenringe Schleswig-Holstein Energie Pool GmbH & Co. KG
Kompetenzzentrum Biomassenutzung

Eine Gemeinschaftspräsentation des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH (EKSH), der Energieagentur der Investitionsbank Schleswig-Holstein, der Bioenergieberatung Schleswig-Holstein Hamburg der Maschinenringe Schleswig-Holstein Energie Pool GmbH & Co. KG (MEP) und des Kompetenzzentrums Biomassenutzung Schleswig-Holstein.


Diese Internetpräsentation wird durch das Zukunftsprogramm Wirtschaft,
das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein
und die Innovationsstiftung Schleswig-Holstein gefördert.